Venedig, 27. Juni 2021 bis 1. Juli 2021
Sonntag, der 27.6.2021
Für 12:45 ist unser Flug nach Venedig vorgesehen; mit 1:20 Stunden Flugzeit ein kleiner Hüpfer. Auf dem Frankfurter Flughafen ist es im Moment sowas von entspannt; wir haben vom Aussteigen bis hinter den Handgepäck-Check gerade einmal 20 Minuten gebraucht; obwohl mal wieder meine Kamera auf Sprengstoff gecheckt wurde und das hat allein 5 Minuten gedauert. Der Check passiert mir aber eigentlich bei jedem zweiten Flug.
Wir waren zwar schon 2 x in Venedig, das waren aber immer nur Tagestouren vom Gardasee aus; einmal zum Markusplatz gerannt und wieder zurück, das wars.
Zweimal sind wir von Venedig aus mit der Fähre nach Korfu gefahren, das zählt auch nicht als Besuch.
Diesmal haben wir das Hotel Panorama gebucht; das liegt auf dem Lido und die Vaporetto-Haltestelle liegt 100 m entfernt.
Am Flughafen „Marco Polo“ – sehr passend – angekommen, haben wir – ganz klassisch – den Aerobus No. 5 genommen. Es geht auch eine direkte Fährverbindung für 25 Euro oder ein privates Wassertaxi; ab 150 Euro, nach oben offen.)Der Bus (6 Euro) brachte uns direkt zum Piazzale Roma. Hier treffen sich Bahnreisende, Autoreisende, Busreisende; selbst mit dem Fahrrad geht es nicht mehr weiter. Aber mit dem Vaporetto No. 1. Ein Vaporetto ist so eine Art „schwimmende Straßenbahn“ und die 1 fährt den kompletten Canale Grande lang bis zum Lido. Es ist eine gemütliche „Einstunden“-Tour und es stimmt ein auf diese unglaubliche Stadt. Besser hätte es Commissario Brunetti“ auch nicht machen können.
Im Hotel Panorama fanden wir ein sehr schönes, gepflegtes Zimmer vor, italienisch klein, aber mit Marmorbad, Parkettboden und 2 Balkons.
Der Tag war lang, ein kleiner entspannter Spaziergang führte uns zum Strand. Der ist wie immer in Italien bestens durchorganisiert; 2 Beds, one Umbrella 28 Euro den Tag, normale Preise für ein Bagno. Wir brauchen es nur ab 15 Uhr, dann mezzo prezzo.
Alles sieht nach einer sehr entspannten Venedig-Reise aus, bis 15 Uhr Stadtbesichtigung und dann Abhängen am Strand. („Main“ Gameboy ist dann auch wieder dabei. 🙂
Montag, 28. Juni 2021
so, jetzt habe ich erst einmal alle Reschdschreipveler im gestrigen Text ausgemerzt. Es ist ja witzig. Man kann den Text 10x lesen und hat immer noch nicht alle Fehler gefunden.
Unser Ziel heute war der südwestliche Altstadtbezirk „Dorsoduro“; der sogenannte „harte Rücken“. Dieser Teil Venedigs steht nämlich zum großen Teil auf hartem Grund.
Anfangsort ist die „Basilica di Santa Mariadella Salute“; eine Barockkirche aus dem 17. Jahrhundert.
Heute war Montag und 50% des Schiffsverkehrs war heute gewerblich. Vom Gerüstbauer, dem Maler und dem Bierlieferant (Gott sei Dank) war heute wirklich alles unterwegs. Aber auch die Müllabfuhr des Lido muss nach getaner Arbeit mit der Fähre ans Festland gebracht werden. Ich glaube, die Infrastruktur dieser Stadt ist bemerkenswert.
Wahrscheinlich wird es keine Statistik geben, wieviel Gondeln in dieser Stadt unterwegs sind; abe die letzte Gondelwerft der Stadt ist zu beschauen.
Lässt man sich in dieser Stadt treiben, wechseln sich schmale Gassen und kleine Brücken immer wieder mit beschaulichen Plätzen ab. Es ist tatsächlich auch beschaulich, denn Touristen sind wenig in der Stadt und der „harte Rücken“ liegt auch abseits der Touristenströme, die nur mal für einen Tag in die Stadt kommen.
In der Kirche „San Pantalon“ wollten wir uns das mit 422 qm größte Leinwandbild der Welt anschauen.
Pünktlich um 12:30 waren wir dort und ebenso pünktlich wurde die Eingangstür verschlossen; mal schauen, ob wir es nochmals schaffen.
Richtig grün wurde es am „Campo Santa Margherita“, soviel Bäume hatten wir den ganzen Tag noch nicht gesehen.
Thema Gondeln: ich zitiere aus dem Reiseführer: Für romantische Touristenseelen ist eine Gondelfahrt immer noch unverzichtbar; ab 95 Euro (man kann handeln) für eine halbe Stunde ist man dabei, die Preise für eine eventuelle Vokalbegleitung sind dazuzurechnen. Wir gehören aber nicht zu dieser erwähnten „Seele“.
Der Canale Grande wird von 3 Brücken überspannt; eine davon ist die am Campo di Carita mit einem schönen Blick auf den letzten Teil des Canale.
Mein Vater hat mir früher immer gesagt: „Junge, stell immer eine Person in den Vordergrund“. Gesagt, getan.
Von da aus gings dank „google maps“ zielsicher zum absoluten „hotspot“ dieser Stadt, dem Markusplatz.
Zu normalen Zeiten hat es dort 5,3 Touristen auf den Quatratmeter (Tauben nicht mitgezählt), heute waren es wohl höchstens 0,001 TpQm. Es war schon fast beängstigend.
Auch im Cafe Florian (eröffnet 1731) war nichts los. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass dort ein Espresso 18 Euro die Touristenkasse beansprucht. 12 Euro zahlt man für den Cafe und 6 für die Musik; nicht schön, aber live.
Für morgen haben wir Tickets für den Dogenpalast. Das ist auch gut so, denn hier wie auch vor der Basilika San Marco und dem Campanile haben sich doch tatsächlich Menschenschlangen gebildet.
Nun reicht es, wir sind fusskrank und haben insgesamt 12.345 Schritte zurückgelegt.
Dienstag, den 29. Juni 2021
Als Stammrestaurant haben wir uns das „parco delle rose“ rausgeguckt. Nette Menschen und gutes Essen. Gestern hab es für Inge eine Meerbrasse und für mich wunderbare Spagetti Sepia; so etwas gibt es in Deutschland bei Italiener gar nicht. Es ist wahrscheinlich niemand. Die Muscheln sind ebenfalls ein Hammer, riesengroß in einer guten Weisswein-Zitronensauce.
Den Tisch für morgen haben wir schon wieder bestellt; heute wollen wir abends nochmal nach Venedig „rübermachen“

Heute haben wir die Eintrittskarten für den Dogenpalast vorgekauft.
Wir sind aber erst einmal zur Wasserbus-Station S. Toma, denn das größte Leinwand-Deckengemälde hatte uns sehr neugierig gemacht-#; es hängt in der Kirche Sankt Pantalon.
Drei mal rechts, 4 mal links, über 3 Kanäle und wir waren an der Kirche Santa Maria della Gloriosa dei Frari oder einfach „an der Frari“; eine der drei größten Kirvchen der Stadt und ein heiliger Gral aller Tizian-Fans. Der ist angeblich auch hier begraben.
Weitere 15 Ecken kkamen wir zum ersten Touristen-Hotspot, der Rialtobrücke.
Sie ist die Mutter aller Brücken und dieses Jahr musste man sich auch nicht den Weg nach oben freikämpfen
….und dann kommt die Mutter aller Blicke……….
……………………bitte wählt selbst. 😉
Auf dem Weg zum Markusplatz folgte dann eine für Italien nicht wirklich unnatürliche weibliche Handlung: ein Handtaschenkauf. !!!!!!!
Dann war wieder vor uns, der Markusplatz mit der Basilika di san Marco. Innerhalb von 5 Minuten waren wir drin und gaben uns dem Rausch der goldenen Mosaiken hin.
Kam aus dem Uhrenturm nicht schon einmal James Bond auf einem Motorrad rausgefahren.
Und dann kam der Dogenpalast. Würde ich alle Bilder hier einstellen, würde der Spicher platzen. Was ein Prunk, was für eine Gediegenheit. Man wusste, wie man Macht und Reichtum präsentieren musste.
Dann kam der letzte Blick des Delinquenten von der Seufzerbrücke.
Alles wird bis heute bewacht vom Löwen von San Marco.
Noch ein kleiner Abstecher zum Arsenale, des damals größten Militärhafens der Welt; soweit man sie kannte.
Dieser Teil der Stadt ist wieder sehr beschaulich.
Heute Abend wollen wir wieder nach Venedig rein, irgendwo essen und dann die Stadt mal im Dunkeln erleben. Das Fussballspiel um 18 Uhr ist uns mal nicht so wichtig.
Mittwoch, der 30. Juni 2021
Wir haben gestern in der Nähe von der Kirche S. Pantalon eine nette Location gefunden.

Dank einer Markise konnten wir das erschütternde Geweine des Himmels nach Jogis ultimativen Ende – es hat einfach geregnet – im Freien überstehen; es war wie Camping in Venedig.
Dank der vielfältigen Routen der venezianischen Vaparettos konnten wir heute „Island hopping“ machen. Mit der Linie 14 ging es nach Burano; der Insel der „Spitzen-Fertigung“ . Nachdem diese Tradition nichts mehr einbrachte, hasben die Einwohner eine echte Geschäftsidee gehabt. „Lasst uns die Häuser bunt anmalen; die Touristen kommen dann schon. Es ist gelungen.
Begeben wir uns in den Rausch der Farben.
Weiter ging es mit der Linie 12 nach Murano, der Stadt der Glasbläser. Schon im 14. Jahrhundert haben die Dogen ihrer Glasbläser nach Murano ausgegliedert; in Venedig war wegen der vielen Glasschmelzen die Feuergefahr zu hoch. Dort kamen sie zu Macht und Wohlstand; aber natürlich auch zu Weltruhm.
Andererseits; wer Lauscha in Thüringen kennt, muss nicht mehr nach Murano.
Sodann ging es mit der Linie 4.2 nach Venedig zum „Fondamente Novo“, das ist die zentrale „Busstation“ im Norden Venedigs.
Wo geht es eigentlich zum Friedhof?
„Am Zentralfriedhof kann die ganze Nacht Stimmung gemacht werden“, die Friedhofsinsel hat keine Nachbarn.
Tanken ist in Venedig ein teures Vergnügen.
im nördlichen Stadtteil „Castello“ geht es sehr beschaulich zu; kaum Touristen und ein wundervolles Unikat ist auch zu finden.
Die „Ponte Chiodo“ ist die letzte Brücke der Stadt ohne Geländer. Allerdings endet sie auch an einem Privathaus und hat deswegen sämtliche „Verkehrssicherungspflichten-Änderungen“ überstanden.
Eine letzte Anekdote habe ich noch. Vaporetto-fahren heisst auch, sich den unterschiedlichsten Fahrkünsten aussetzen zu müssen. Unser Damenteam auf der 4.2. fuhr ihr Boot, als hätten Sie ein rohes Ei zu führen. Andere fuhren an die Anlegestellen, als sollten diese unverzüglich versenkt werden. Andere übten noch und brauchten diverse Anläufe und dann waren auch noch die, die mal zu schnell und mal zu langsam waren.
Venedig denkt ständig darüber nach, wie sich der ÖPV verbessern könnte. Einmal den Canale Grande vom Anfang zum Ende braucht halt eine Stunde. Die einzige Alternative ist: laufen. „Rollendes“ ist verboten, wie übrigens auch das Taubenfüttern und das Tragen keines Hemdes (Arme Engländer, auch Ganzkörper-Tatoos taugen nicht als Hemd/Shirt Ersatz.
Also zuckelt jeder Venezianer jeden Tag mit dem Schiff durch Venedig; die Touristen auch. Ach übrigens: unsere erste Fahr durch den Canale Grand haben wir genossen, dann hat es eigentlich zunehmend genervt.
Morgen fahren wir direkt vom Lido zum Flughafen; das ist teurer, aber direkt.
Es war eine wunderbare Reise und so – wegen der fehlenden Touristen – wohl nicht mehr lange durchführbar. Aber das hängt vom Tierchen ab.
Bis zum nächsten Mal.
Donnerstag, der 1. Juli 2021
Nix mehr, Heimreise
Ich mag die Gegend 🙃
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Sieht nach schönen Tagen rund um die Holsteiner Seenplatte aus. Macht so weiter und kommt gut zurück.
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Sehr schön 😊
Bisschen wie früher – Heimatkunde
Danke Uli, ich fühle mich ganz zu Hause
Birgit
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… das ist , morgen sind wir mit dem Auto unterwegs 😎
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Tolle Idee! Gibt Anregungen mal woanders vorbei zu schauen.
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Hallo, ich bin dabei!
LG Siegfried
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Mit euren neuen Rädern kommt ihr ja ziemlich rum. Wir sind letzten Mittwoch ein Stück eurer Loire-Tour von Chenonceau in Richtung Blois abgefahren – das ging teilweise ordentlich bergauf. Morgen geht’s übers Elsass zurück nach F. Tipp fürs Kopfsteinpflaster: nur ca. drei Bar auf die Reifen, das reduziert die Kopfschmerzen.
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…. und wer pumpt anschließend die Reifen wieder auf? 😇😇😇😇
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Da kommt mir einiges bekannt vor!
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Wunderbar, ich reise absift mit!
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Mit euren neuen Rädern kommt ihr ja ziemlich rum. Wir sind letzten Mittwoch ein Stück eurer Loire-Tour von Chenonceau in Richtung Blois abgefahren – das ging teilweise ordentlich bergauf. Morgen geht’s übers Elsass zurück nach F. Tipp fürs Kopfsteinpflaster: nur ca. drei Bar auf die Reifen, das reduziert die Kopfschmerzen.
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Sehr schöne Impressionen! Wünsche Euch weiter eine schöne Zeit bei unseren Nachbarn.
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Sehr schöne Bloggerarbeit😘😘 ich freue mich jeden Tag von unserem Urlaub zu lesen und schon neue Bilder zu sehen!! Mach weiter so!! I love you!!
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Tolle Blog von eun schöne Reise. Thanks for sharing.
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Ja, Uli, seit wann fahrt ihr denn mit Gepäck? Da sind ja prall gefüllte Taschen am Rad?!
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… und wir dachten, ihr wärt nach Andaluz gefahren, um endlich mal zu normalen Zeiten zu essen
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wieder ein schöner Reisebericht, danke dafür: Tapas ole. Und UD Almeria schlagen sich bisher ganz gut in La Liga, im Mittelfeld. Mal sehen wie die Eintracht sich heute schlägt, aber wenn der Adler schon stolz am Cabo gezeigt wird, muss es klappen.
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Alles in Ordnung? Heute nix gemacht? Der 13. September ein verlorener Tag?
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