23. April 2022 – 30. April 2022; Malta
Samstag, der 23. April 2022
Endlich, die Reisesaison beginnt.
Erstmals sind wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, Bus 30, S9 zum Flughafen gereist.
So nimmt man die Werbung an Bushaltestellen wahr.


Hoffentlich ist das nicht das Motto der Reise.
Die S-Bahn war voll mit SGE-Fans; diesmal sind wir aber nicht am Bahnhof Ffm-Sportfeld ausgestiegen.
Die Lufthansa hat uns extra eine Email geschickt mit der Bitte wegen des erhöhten Verkehrsaufkommens früh zum Flughafen zu kommen Nun ja, ganz so schlimm war es dann doch nicht.

So sind wir dann zum Italiener gegangen, Zeit genug hatten wir ja dann.

Es gab eine Pizza quadro fromacci, halb so groß wie im Il Sorisso, dafür kostete sie schlappe 16,90 Euro. (nicht Lire)
Wegen Gegenwind haben wir dann 15 Minuten länger gebraucht. Wir buchen ja immer 2 Gangplätze; diesmal 22c und 22d. Der Flieger war nahezu voll, aber nur in Reihe 22 waren jeweils die mittleren Plätze freigeblieben. Die teuren Plätze im Businessbereich waren enger. Zu den maltesischen Mietwagenagenturen darf man dann gute 10 Minuten laufen und dort eine halbe Stunde warten. Ein Mensch am Counter und 5 Kunden, das war wirklich nicht der übliche Avis-Service. Unser Ford Focus klappert, ein Bremslicht funktioniert nicht, er hat locker 10 Beulen und ist gefühlt 10 Jahre alt. Das ist auch nicht Avis-like; er kostet aber nur 125 Euro für 7 Tage. Meinem Freund W. von der Vilbeler Avisagentur würden alle Haare hochstehen.
Hinein in den Linksverkehr, Inge ist voller Konzentration; die Schaltung ist auch links und die Malteser fahren „wie ne Sau“.
Dank Google Maps sind wir auch heil und schnell im „Port view Guesthaus“ angekommen. Der Hafen mit seinen Restaurants ist exakt 2 Minuten entfernt.


Sonntag, der 24. April 2022

Wir wohnen wirklich „mittendrin“ im Ort; diese Bebauung ist typisch für Malta. Unser Frühstück nehmen wir ein auf der Dachterrasse im 4. Stock.
In Marsaxlokk ist jeden Tag Fischmarkt am Hafen. Schön wär´s; Mo – Sa ist „Krempelmarkt“, vom Kinderspielzeug bis zu Adidas-Sweatshirts (wo auch immer sie herkommen=, von Sonnenbrillen (ja, auch hier in Malta gibt es looky-looky Men) bis zu BH`s in allen Größen und Farben, von billigem Kinderspielzeug bis Gewürzmischungen; eigentlich ein Vilbeler Markt in XXXXXL. Sonntags gibt es dann doch auch Fisch; frischen Fisch. (auf 20 m von geschätzten 1.000 m, aber immerhin)


Das ist ein typisches maltesisches Fischerboot; bunt bemalt und mit einem hochgezogenen Bugsteven, so wie die alten Mykener und Phönizier.
Korrekter Weise haben Sie auch ein Auge am Bugsteven.

Ein Auge sieht alles, es kann drohen und die Gefahr sehen. Es garantiert als umfassenden Schutz vor allen bösen Geistern.
Natürlich werden in einem Hafen auch Bootstouren angeboten. Special price 10 Euro; statt 15 Euro for one hour. Bezahlt und – wir sind ja gelenkig – rein ins Boot. (mit Auge)

Wenn ich das Bild so sehe; für maltesische Verhältnisse bin ich schlank. Auffallend viele maltesische Menschen – so bis 30 – sind richtig dick, überall (ich nur am Bauch) Die Damen können trotzdem nicht lassen von Miniröcken und Stilettos, auch nicht vom süssen Nachtisch.
Zurück zur Bootsfahrt, dieses Bild stimmte mich ein wenig skeptisch.

Nun ja, wir hatten ja das Auge, ich war beruhigt.
Ist unser Marsaxlokk (sprich: Marsaschlock) nicht idyllisch?

Dreht man sich einmal um 180 Grad, sieht man das:

Links das Kraftwerk, rechts ein kleiner LNG-Tanker und ganz links, aber nicht auf dem Bild, der drittgrößte Freihafen des Mittelmeers. Wie schreibt der Reiseführer: ungestörte Idylle ist auf dieser kleinen Insel nirgendwo möglich.
Außer Steinen hat die Insel nix. Die braucht man, um endlos lange Mauern zum Schutz des ohnehin kargen Bodens zu bauen; der Wind würde die wenige Erde fortwehen.
Trinkwasser macht man selbst über Meerwasserentsalzungsanlagen; gerade wegen des Tourismus ist es aber ewig knapp.
Eines hat uns Malta voraus; keine Abhängigkeit von Herrn P. aus dem Staate R. Der Strom wird in eben diesem Kraftwerk produziert; das Gas kommt als LNG per Schiff und zwar zu 100%. Solar und Windkraft haben wir bis jetzt aber leider auch nicht wahrgenommen; dafür gibt es im Ort 3 E-Auto Ladestationen; das zwei mehr wie auf dem Heilsberg.

Nächste nahezu unlösbare Aufgabe nach exakt einstündiger Bootsfahrt (die eigentlich ziemlich langweilig war): in all dem Trubel des Marktes einen netten Tisch zum Essen und Trinken zu ergattern.

Aufgabe erfüllt; 2 Cisk (in Malta gebrautes leckeres Bier) und eine Seafood-Platte.

30 Minuten später; gut, dass die 5. Flasche sich gerade in der Anlieferung befand. 🙂
Jedenfalls war es lecker und wir hatten viel zu gucken. (auch ein ganzer Tisch mit den dic……….
Nach einer kurzen Ruhepause sind wir noch ein wenig durchs Land gefahren (alle Straßen waren leider nur halb so breit wie zwei Autos und in Marsaskala gelandet. Sieht ähnlich aus wie Marsaxlokk, nur tatsächlich ohne Kraftwerk.

Die vielen weißen Punkte im Wasser sind keine Schwäne, sondern Bojen zur Befestigung der Boote und bestehen meistens aus festgebundenen leeren 5-Liter Kanistern. Auch eine Form des „grünen Punkts“
Neben Bier produziert Malta noch etwas Eigenes: Kinnie. (aus dem Hause Cisk) Kinnie ist eine Limonade, die schmeckt wie Ramazotti. Das vermischt man mit Prosecco und schon steht ein maltesischer Aperol Spritz vor Inge (in der Kneipe gab es die Aktion 2 for 1)

Schmeckt lecker und kostet mit 3 Euro die Hälfte – oder manchmal auch ein Drittel – vom Aperol.
Jetzt wird geruht und dann geschmaust.
Montag, der 25.April 2022
….und wie gut wir geschmaust haben, Restaurant T AnnaMari, ein Sizilianer. Die Maltesische Küche ist sehr italienisch geprägt; Fisch und Pasta. Das kommt uns ja sehr entgegen; billig sind sie dann auch nicht.

Im Jahr 1530 übergab Kaiser Karl der V. Malta als Lehen an den Johanniter-/Malteserorden mit der Auflage, die Insel vor den Osmanen zu schützen. 1565 kam es dann zum „Great Siege“, den Malta nach 4 Monaten Belagerung zum Abzug der Osmanen, der 8. September ist heute noch Nationalfeiertag.
Der damalige Großmeister hiess „Jean Parisot de la Valette“ und so heist die Hauptstadt der Insel heute Valletta.
Für die Stadt zahlt man eine Citymaut; für Touristen hast man direkt am Eingang zur Altstadt eine Tiefgarage mit 3.000 Plätzen gebaut.
Das Stadttor ist heute einem riesigen Brunnen gewichen.

Die wichtigste Strasse heist hier nicht „high Street“ (wie in England), sondern „Republic Street“

Ein schöner Platz „after the other“

…und gegenüber…

…..die St. Johns Co-Cathedral.
Die Betonung liegt auf „Co“. 1816 war Orden abgezogen und die Kirche stand leer. Papst Pius VII wollte sie zur Kathedrale ernennen, Malta hatte aber schon ein ein Mdina. Egal, mit dem Zusatz „Co“ bekam Malta einfach eine zweite Kathedrale; wenn´s der Herr Papst halt so will.
Nun ist es ja nicht so, dass wir nicht in den südlichen Ländern genug Kirchen,m Kasthedralen, Dome etc. gesehen hätten, aber…………………

….Augen offen und die Spucke weg.
Die Herren vom Orden hatten dann doch eine volle Kasse.
Der Maler Caravaggio hat hier zwei seiner bekanntesten Werke hängen.


Es ist schon fantastisch, wie der Herr mit Licht und Schatten spielt.
Der gleiche Ort, der nächste Platz.

Hier gibt es das „Caffe Cordina“, Est. 1837. Für Törtchen-Liebhaber eine Tempel des Süßen. Das Bisquit zum Eiskaffee hatte die Löffelform.

Gelohnt hat sich auch immer der Blick in die Nebenstraßen.

Sehr typisch sind die vorgesetzten Alkoven.

Auch wenn vieles ein wenig nach Zerfall aussieht, gilt der Satz: „an den Türen erkennt man den wahren Zustand der Gebäude“ und viele Türen waren Edel und massiv.
Eines der schönsten Bauwerke der Ordenszeit ist der 1775 erbaute Ritterpalast „Auberge di Castille“, heute die Residenz des Ministerpräsidenten.
……und wenn wir schon beim Ministerpräsidenten sind; auch an die Journalistin Daphne Caruana Galicia. Die ermittelte über Korruption in höchsten Kreisen und wurde mal so eben in die „Luft gesprengt“. Aufgeklärt wurde der Fall nie; aber man gedenkt der Sache bis heute vor dem „Great Siege Memorial“

Der Höhepunkt eines Valletta-Trips ist zweifellos der Besuch der „Upper Barraka Gardens“.

Der Blick auf den „Grand Harbour“ und Birgu ist einfach großartig. Im Vordergrund sieht man die „saluting Battery“ , die angeblich jeden Tag um 16 Uhr Salut schießt. (heute jedenfalls nicht)
Hätte ich alle Festungen rund um den „Grand Harbour“ hier veröffentlichen wollen, würde ich die Nacht durchschreiben. Malta har viel erlebt und musste sich immer schützen, im 2. Weltkrieg hat die Insel ebenfalls sehr gelitten. Man war so klug und hat die Zerstörungen historisch korrekt wieder aufgebaut.
Dienstag, der 26. April 2022
Gestern Abend waren wir mal nicht beim teuren maltesischen Italiener, sondern in einer kleinen maltesischen Kneipe. 10 Tische, einer war bestzt mit einem englichen älteren Ehepaar. Es gab Oktopus (butterzart) vor 12 Euro und Muscheln (ganz schöne groß) für 10 Euro. Dazu vorab eine Aljotta, das ist eine maltesische Fischsuppe (oberlecker)
Übrigens: außer Fisch hat die Insel nur noch Kaninchenspezialitäten; der Rest muss importiert werden.
Zurück zum Abend: keine 10 Minuten später waren wir mit den Engländern im Gespräch. Da wir die einzigen Gäste waren, gesellte sich sie maltesischste Wirtin auch noch dazu und so wurde der 2. Weltkrieg, die allgemeine Politik, der Brexit, Elektroautos, die Eintracht gegen Westham und vor allem offene Reiseziele besprochen.
Die Nacht ist idyllischen in Marsaxlokk.

Heute erforschten wir den Westen der Insel. Verbindungen zu Capri (Italien), Stonehenge (UK) und Noto (Sizilien) wurden geknüpft.
Malta hat auch eine „blaue Grotte“.

In diesem engen Fjord hätten wir losfahren können.

Haben wir aber nicht 🙂
Ach, hier ein kleines Beispiel, dass die Staatssprache englisch nichts mit der Landessprache zu tun hat.

Kommen wir zu Stonehenge.
Hagar Qim undMnajdra , beide aus dem späten Neolithikum ab etwa 3.200 v.Chr, sind die schönsten Megalithbauten Maltas – was auch daran liegt, dass sie einsam und unverbaut auf einem Felsplateau über dem Meer liegen. Aber auch unsere Vorfahren wussten, wo es schön ist. Hätten sie allerdings gewusst, das ca. 5.000 Jahre später der Flughafen in der Nähe gebaut würde, hätten Sie sich vielleicht eine andere Stelle gesucht.
Da die Leute damals noch nix aufgeschrieben hatten, rätselt man natürlich ebenso wie in Stonehenge über das „Warum und Wieso“. Allgemeine Lehrmeinung geht aber von Tempeln/Kultstellen aus. Sie müssen jedenfalls ganz schön lang gepickelt haben.
Zum Schutz wurden vor ein paar Jahren ausnehmend schöne und mit der Umgegend spielende Schutzdächer gebaut.





Weiter zu Noto in Sizilien. Noto wurde 1693 durch ein verheerendes Erdbeben dem Erdboden gleichgemacht und neu aufgebaut. Dem gleichen Erdbeben fiel auch die jahrhunderte alte Hauptstadt Maltas – Mdina – zum Opfer…….und wurde ebenfalls neu aufgebaut, nur nicht mehr als Hauptstadt; die heißt ja Valetta.
Beide Städte wurde komplett im Barock gebaut, der gleiche helle Stein wurde genutzt.

Der einzige Zugang zur Stadt ist das „Mdina Gate“.


DSt. Pauls Cathedral; Ihr erinnert Euch, sie ist der Grund für das „Co“ im Namen der Kathedrale zu Valetta; die erste Kirche mit Kanonen vor der Tür.
Innen nicht ganz so prachtvoll, aber dennoch spektakulär und Coronatauglich.

Wir hatten Glück; es waren zu unserer Zeit keine Busladungen in den Straßen unterwegs.


Mdina hat heute – lt. Reiseführer – 290 Einwohner.

Last not least sahen wir dann noch die mit 39 m Durchmesser viertgrößte Rotunde nach dem Petersdom, dem Panthenon und Florenz, das Ganze in Mosta.



….und dann ereilte mich die Katastrophe. Beim Wechseln des Objektivs rutschte mir das Zoom aus der Bauchtasche; das Ergebnissieht jetzt so aus.

Ab jetzt gibt es also nur noch Iphone-Bilder. Allerdings sind alle Bilder für den Block soweit verkleinert, dass man eh keinen Unterschied sieht.
Zurück ging es über halbe Insel; die bislang längste Strecke, 20 Km waren es. Heute haben wir auch die Radfahrer sechs und sieben gesehen. So wie die hier fahren, wird auch nicht mehr geben auf der Insel.
Wir gehen heute wieder Octopus essen :
Mittwoch, den 27.April 2022
Im „Matthews“, unserer selbsternannten Lieblingskneipe, trafen wir unsere Engländer wieder und retteten nochmals gemeinsam den Brexit, die Ukraine, den Handkäs mit Musik und überhaupt die ganze Welt; es war nochmals ein netter Abend. Sie kamen übrigens aus Great Yarmouth; dort wo ich mit Freunden 1979 ein Hausboot gemietet hatte und wir in den Norfolk Broads rumgeschippert sind. really lovely.
Heute stand die andere Seite vom „Great Harbour“ auf unserer Liste. Birgu heißt die Stadt und seit dem Sieg über die Türken auch „Vittoriosa“ (die Siegreiche) genannt. Hier bauten die Normannen schon 1080 schon eine Burg; die Lage war einfach prädestiniert, um hier zum Schutz der Bucht eine Wehranlage zu bauen. Über die Jahrhunderte bauten insbesondere die Malteser und später die Engländer die Anlage aus; sie heißt nun „Fort St. Angelo“. Birgu barg aber aber viel Verwaltung, unter anderem auch den Großinquisitor der Insel.

Die Jungs waren ja ziemlich lange ziemlich mächtig und verfolgten ziemlich jeden, der nicht wirklich in das katholische Weltbild passte. (ziemlich ist doch nett)
Es muss hoch hergegangen sein in dieser Zeit, hier ein Zitat aus dem Reiseführer (Dumont)
Die vielen jungen Novizen verhielten sich nicht besonders „christlich“ – wohl eher wie die vergleichbare Altersgruppe heute auf Mallorca. Wie Chronisten berichten, kam es oft zu handfesten Reibereien mit der Inquisition, wenn diese übermütige Ritter festsetzte. Deren Freunde zögerten meist nicht lange, sondern stürmten in voller Rüstung den Palast, befreiten die Gefangenen und bedrohten oftmals auch den Inquisitor höchstpersönlich. Meistens aber fielen der Inquisition Lutheraner, Juden und besonders Muslime in die Hände, die nur zum Schein zum Christentum übergesiedelt waren.


….und der Gerichtssaal,. passend „the holy room“ genannt.

Die Altstadt von Birgu versprüht viel Charme.



Die „Grand Harbour“ Marina ist der zentrale Jachthafen Valettas.
Hier kann man seine aktuellen Vorurteile pflegen. So wie an jedem Autounfall immer der schreckliche und unheimliche SUV schuld ist, so ist nun jede einigermaßen große Jacht eine russische Oligarchenjacht.
Davon gab es hier viele, eine stach besonders hervor.

„the red dragon; Valetta“ hieß das elegante und schnittige Teil.
(Mobils sind blöd zum Fotografieren. Man sieht nichts auf dem Display und schneidet dann „Heck und Mastspitze“ ab.)
Was macht man in Malta mit den vielen historischen Kanonen? Man stellt sie alle vor das „maritim museum“ in Birgu

Nun ging es hoch ins Fort.



Der Großmeister Valette (Ihr wisst schon, der gegen die Türken gewonnen hat) legte Wert auf einen Platz im Fort, der nichts mit Militär zu tun hat; ein lauschiges Plätzchen mit kleinem Springbrunnen.

Das fanden wir für passende Fotos ansprechend.




Mal schauen, welches Restaurant wir heute beehren; wir haben noch ca. zehn zur Auswahl.
Donnerstag, der 28. April 2022
Gestern waren wir bei Filippo Essen; Nr. 1 bei Tripadvisor. Der Chef kommt aus Syracusa/Sizilia. Es gab wirklich gutes Essen; die Rechnung belief sich auf 85 Euro. Ich zückte zum Bezahlen die Karte; Antwort: 5 Euro Rabatt bei Barzahlung. „Sind wir im alten Griechenland????? “ Nun ja, wir haben 80 Euro bezahlt; ohne Quittung halt. Es ist immer noch der „älteste Volkssport“ der Welt.
Heut war ein Transfertag nach Gozo; der kleinen Schwester Malta im Norden, Gozo hat gerade mal 37.000 Einwohner (Malta 400.000) und wurde als Insel Kalypso in der Odysee vom alten Homer erwähnt. So klein Malta ist, auch auf der Fahrt nach Norden gab es noch Kleinigkeiten zu schauen, alle wichtigen Dinge hatten wir von unserem Standort Marsaxlokk bequem „abarbeiten“ können. Bei den „Dingli Cliffs“ fällt Malta steil ins westliche Mittelmeer ab. Passender Weise war es heute bedeckt mit einem heftigen Wind, also das richtige Feeling, um von oben auf`s Meer zu schauen.

Eine einsame „wettergerbte“, 500 Jahre alte Kapelle gab es auch; sehr stilvoll.

auf dem weiteren Weg gen Norden gab es dann nicht Berichtenswertes mehr; bis auf einen zufällig entdeckten Friedhof. Friedhöfe schauen wir uns ja überall gerne mal an.


Es ist alles „bebildert“, ganze Stammbäume sind zu sehen.
Kurz vor dem Fährhafen tauchen tatsächlich die ersten Bettenburgen auf; in Mellieha gibt es doch tatsächlich einen etwas größeren Sandstrand; Sandstrände sind auf Malta etwa so häufig wie …….jedenfalls wenig.


Die Fähren fahren alle 45 Minuten, die Dauer der Überfahrt beträgt 25 Minuten. Bezahlt wird vor der Rückfahrt. Eigentlich klug, von der Insel Gozo entkommt eh keiner.

Diese gewaltige Kirche steht auf Gozo im Ort Xewkija (wer zum Teufel soll das aussprechen),die Kuppel ist 75 Meter hoch.

So sieht sie aus; ist wohl so 200-300 Jahre alt, denkt man. Falsch gedacht, dem Ort wurde 1951 die Kirche zu klein und also baute man einfach eine Neue. Punkt. Die Kuppel wiegt 45.000 Tonnen, ist aus Stahlbeton und ruht auf 8 mächtigen Pfeilern; natürlich ebenso aus Stahlbeton.
Nebenan war eine nette Kneipe

Es war schon kurz vor drei; die Küche eigentlich geschlossen, aber der Chef machte uns noch zwei Schinken-Käse Sandwichs. Warum ich das erzähle? Das Weissbrot hier ist innen wunderbar „fluffig“ und hat eine richtig knackige Kruste. Ich konnte schon im Hotel nicht damit aufhören.

Der Chef – ein überaus freundlicher, kleiner (1,70), fröhlicher Kerl bot uns dann noch selbstgemachten Käse zum Probieren an; ein Schafskäse mit einer Pfefferkruste; ein bisschen wie Parmesankäse im Geschmack.. Wir haben ihm ein paar Kugeln abgekauft.
Wir haben uns im Norden der Insel eingebucht, in Marsalform. M. hat eine nette kleine Bucht; hat sich aber leider über die letzten Jahrzehnte hoffnungslos mit Appartement-Bauten selbst verschandelt.
Unser Guesthaus „Morella living“ ist – wie viele – nein sehr viele – Häuser von aussen höchst ungepflegt und wenig vertrauenserweckend, aber innen vom Feinsten.

Es kostet nur 75 Euro die Nacht und hat sogar Parkplätze.
Freitag, der 29. April 2022
Heute gab es einen kleinen Rundtrip auf Gozo.
Gozo besteht überwiegend aus Kalkstein. Besondere Formen hat dieser im Norden der Insel angenommen.

Hier sieht man übrigens unseren Avis-Ford Focus gewiss kein Avis-Standard. Er ist 9 Jahre alt, hat 54.000 Km drauf und ich geschätzt von 300 Kunden auf elenden Straßen geschunden worden. Die Höhenverstellung der Sitze funktioniert nicht mehr, dieAbdeckung des Schaltknaufs fehlt und er hat locker 15 Beschädigungen; sie wurden von Avis alle fein säuberlich dokumentiert. Dass ein Bremslicht nicht funktioniert, war auch kein Grund, das Fahrzeug auszutauschen. Das mache nichts, wurde gesagt. Nun gut, für 7 Tage hat das Auto 125 Euro gekostet; plus 80 Euro für den 2. Fahrer.
Salzgewinnung leicht gemacht, für automatische Wasserzufuhr sorgt das Meer selbst..

The „woman in red shoes“ sorgte in dieser „beigen“ Landschaft für Abwechslung.

Auf engen Straßen ging es durchs Land; insgesamt ist die Insel aber erheblich grüner und fruchtbarer wie Malta.

An der Westküste – dem Dwejra-Point – bot sich ein noch raueres Bild.

Diesen Ort traf 20217 die absolute touristische Katastrophe; „the azur windows“ wurde nach Abertausenden von Jahren von einem Sturm vernichtet und ist jetzt einfach im Meer versunken; wie Atlantis.

Aber Bootsfahrten werden immer noch angeboten und für 4 Euro p.P. kann man eine immer noch spektakuläre Bootspartie machen.
Los geht s durch ein Loch in der Wand.


Auf der anderen Seite hat der Zahn der Zeit ganz schön genagt.


Die Hauptstadt der Insel heisst Ir-Rabat Ghawdex. 1897 bekam sie einen Ehrennamen, der der Königin. Nein, sie heisst nicht Elisabeth, obwohl die ja schon wirklich lange Königin ist. Tatsächlich gab es vor ihr eine andere Königin. Nein auch keine, die vom Ehemann geköpft wurden. Es war Victoria. Die Einwohner sind so stolz drauf, dass sie den eigentlichen Namen nicht mehr hören wollen. Ich kann es verstehen: Victoria gegen Ir-Rabat Ghawdex.
Der zentrale Platz ist verkehrsumtoßt; das Zauberwort Umgehungsstraße ist unbekannt.

Zentrum der Stadt und über viele Jahrhunderte eigentlich die Stadt ist die Zitadelle. Festung, Stadt, Schutz in Einem.

Verteidiger der Mauern brauchten eine Mindestgrüße von 1,70m, um Feinde überhaupt sehen zu können.

Mitten drin die Kirche; der Papst hatte Gozo sogar einen richtigen Bischof vermittelt.


Der Bischof bekam auch einen richtigen Märtyrer, so mit allen Knochen und so.


Ein kleines Töpfchen mit den inneren Organen ist auch dabei so auch weitere Knochen, die ebenfalls ausgestellt waren.
Auch auf Gozo haben Steinzeitler gepickelt, das ist in Ggantija zu besichtigen. Hier hat man die schützenden Dächer übrigens weggelassen.


Sollten übrigens einige Bilder unscharf erscheinen, hat das einen Grund. Ich übertrage die Bilder vom Iphone via Email ans Telefon und muss sie – auch wegen dieser Homepage – komprimieren. Heute war es wohl etwas zu viel des Guten 🙂
Samstag, der 30. April 2022
Heute geht die Reise zu Ende. Um 18:35 geht LH 1311 gen FRA.

Entgegen unseren Erwartungen kamen wir zügig auf die Fähre.

Wir sind dann nochmal nach Valletta gefahren, ich wollte doch einmal in den „Palast der Großmeister“;am Montag war der geschlossen.


Hier wird ordentlich der Sieg über die Osmanen und der Held – Großmeister Vallette – gefeiert.


Mit einem letzten Blick auf die großartige Szenerie des „grand Harbour“ geht unsere Malta-Reise zu Ende.
Was wir noch nicht wussten; der Rückflug war dann doch „etwas gewöhnungsbedürftig“
Unser Pilot schaffte die Strecke 10 Minuten schneller als geplant, aber leider haben das die Leute vom Frankfurter Flughafen nicht so mitbekommen: wir saßen die 10 Minuten – und noch ein weniger länger) wegen fehlender Ausstiegsteppen im Flieger fest. Es gab dann wohl auch noch keine freien Entlader, denn anschließend durften wir noch eine halbe Stunde auf`s Gepäck warten. Unseren Plan, mit der S-Bahn auch wieder nach Hause zu fahren, haben wir dann gekippt und sind mit dem Taxi heim.
Zur Entschädigung gab es dann noch ein schönes Hefeweizen im Tennisclub bei einer kleinen spontanen „Tanz in den Mai“ Feier.
Malta hat: viele Festungen, noch mehr Kirchen (alle immer weithin sichtbar), jede Menge Kreisverkehre (funktionieren bestens, nur nicht in D.), miserable Straßen, gaaaaaanz viele (Kalksand)Steine (mit endlosen Mauern zum Schutz der wenigen guten Böden vor dem Wind, viel Ödnis (kein Grundwasser) , eine ziemlich unverständliche Sprache (arabisch angehaucht), aber vor allem sehr sehr viele sehr sehr freundliche Menschen (den unfreundlichen sind wir nicht begegnet). Hilfreich ist natürlich, dass jeder englisch spricht und man so eine andere Kommunikationsebene betreten kann.
Getaucht sind die Inseln in beige Farben (wegen des Kalksandsteins); farbige Abwechslung gibt es höchstens durch zum Trocknen gehängte Wäsche.
Ich mag die Gegend 🙃
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Sieht nach schönen Tagen rund um die Holsteiner Seenplatte aus. Macht so weiter und kommt gut zurück.
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Sehr schön 😊
Bisschen wie früher – Heimatkunde
Danke Uli, ich fühle mich ganz zu Hause
Birgit
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… das ist , morgen sind wir mit dem Auto unterwegs 😎
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Tolle Idee! Gibt Anregungen mal woanders vorbei zu schauen.
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Hallo, ich bin dabei!
LG Siegfried
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Mit euren neuen Rädern kommt ihr ja ziemlich rum. Wir sind letzten Mittwoch ein Stück eurer Loire-Tour von Chenonceau in Richtung Blois abgefahren – das ging teilweise ordentlich bergauf. Morgen geht’s übers Elsass zurück nach F. Tipp fürs Kopfsteinpflaster: nur ca. drei Bar auf die Reifen, das reduziert die Kopfschmerzen.
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…. und wer pumpt anschließend die Reifen wieder auf? 😇😇😇😇
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Da kommt mir einiges bekannt vor!
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Wunderbar, ich reise absift mit!
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Mit euren neuen Rädern kommt ihr ja ziemlich rum. Wir sind letzten Mittwoch ein Stück eurer Loire-Tour von Chenonceau in Richtung Blois abgefahren – das ging teilweise ordentlich bergauf. Morgen geht’s übers Elsass zurück nach F. Tipp fürs Kopfsteinpflaster: nur ca. drei Bar auf die Reifen, das reduziert die Kopfschmerzen.
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Sehr schöne Impressionen! Wünsche Euch weiter eine schöne Zeit bei unseren Nachbarn.
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Sehr schöne Bloggerarbeit😘😘 ich freue mich jeden Tag von unserem Urlaub zu lesen und schon neue Bilder zu sehen!! Mach weiter so!! I love you!!
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Tolle Blog von eun schöne Reise. Thanks for sharing.
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Ja, Uli, seit wann fahrt ihr denn mit Gepäck? Da sind ja prall gefüllte Taschen am Rad?!
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… und wir dachten, ihr wärt nach Andaluz gefahren, um endlich mal zu normalen Zeiten zu essen
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wieder ein schöner Reisebericht, danke dafür: Tapas ole. Und UD Almeria schlagen sich bisher ganz gut in La Liga, im Mittelfeld. Mal sehen wie die Eintracht sich heute schlägt, aber wenn der Adler schon stolz am Cabo gezeigt wird, muss es klappen.
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Alles in Ordnung? Heute nix gemacht? Der 13. September ein verlorener Tag?
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