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14. Juni 2022 – 16. Juni 2022; eine Radtour nach Kassel

Am Freitag, 19. Juni 2022, haben Inge und ich einen festen Termin in Kassel.

Um die Wartezeit zu überbrücken, habe ich beschlossen, mit dem Rad nach Kassel zu fahren.

Am Dienstag ging es los; 10:03 Abfahrt des Stockheimer Lieschens Richtung Vulkan- radweg. Ein 9 Euro Ticket habe ich mir nicht gekauft; einfache Fahrt nach Glauburg kostet 5, 30 Euro.

Ich habe den Vulkanradweg aber schon in Altenstadt begonnen; auf herrlicher ehemaliger Bahntrasse war das erste Ziel Lauterbach.

In Ortenberg wird aus der flachen Strecke die Bergstrecke.

Den Vulkanradweg gibt es seit 20 Jahren und seitdem sind wir mindestens 1 x im Jahr mit dem Radbus nach Hartmannshain (oder zum Hoherodskopf) gefahren und dann völlig genussvoll wieder ins Tal zu rollen. Inge ist das viele Male mit den Inlinern gefahren; Spitzengeschwindigkeit an den steileren Strecken bis zu 35 km/h. Auch für Longboarder ist die Strecke zwischen Hartmannshain und Gedern ein bundesweiter Hotspot (googlelt das mal auf Youtube); die Buben (es sind meistens Buben) fahren dann 3 x von Gedern wieder hoch.

Was die Buben immer und wir nie verpassen, ist der „Märchenwald“ in Merkenfritz. Der Märchenwald ist ein völlig runtergekommener Spielpark, ein Puppentheater und eine Gaststätte. Das Hefeweizen kostet hier non 2,70 Euro, 3 Kartpu´s (Kartoffelpuffer 4 Euro und ein Schnitzel 7,50. Natürlich ist alles aus der Fritteuse (das Bier nicht), aber es hat uns noch nie geschadet.

Lange Rede, kurzer Sinn; auch ich habe eine Currywurst und ein Bier getrunken.

Das Gederner Schloß hatte ein sehr wechselvolle Geschichte. Wesentliche Eigentümer waren die Grafen von Stolberg-Wernigerrode; heute ist´s ein Rathaus, ein Hotel und ein Restaurant.

Manchmal kommt noch echtes Eisenbahnfeeling auf.

So herrlich liegt Herbstein im nördlichen Vogelsberg.

Alle diese Orte haben das Problem, dass dort keiner mehr leben will. Ein wenig Ackerbau und Viehzucht; noch weniger Tourismus und sonst ist nichts. Zu den Zentren Rhein-Main und Giessen ist`s zu weit; es ziehen also viele weg.

Einer der schönsten Fleck an am Bahnradweg; ein zur Gaststätte umgebauter Bahnhof.

Lauterbach, eine Orgie in Fachwerk, aber auch mit dem Schicksal Herbsteins. Es gibt zwar einen Sternekoch dort – das Schuberts – aber sonst ist dort nix zu holen. Kaum Gastronomie, kaum Unterkünfte. Ich habe in „Marions Gasthof“ gewohnt. Mobiliar aus den 50´gern, Frühstück mit Lidl Wurst; dafür das Zimmer für 45 Euro die Nacht.

Aber das Highlight der Stadt lag schon in den Sechzigern in Mutters Kühlschrank; ein Camembert mit Namen „Lauterbacher Strolch.“

Der kam tatsächlich aus Lauterbach. (heute nicht mehr existent)

Interessant ist aber, was Wikipedia zum Thema sagt:

Das Lauterbacher Strumpflied ist eine alte Volksweise, deren Herkunft im Dunkeln liegt. Eine Besonderheit des Strumpfliedes ist, dass es in verschiedenen Orten mit dem Namen „Lauterbach“ in der jeweiligen Mundart überliefert ist.

So nahmen und nehmen verschiedene Orte für sich in Anspruch, das besungene Lauterbach zu sein. Insbesondere in Lauterbach im Schwarzwald und Lauterbach in Hessen ist dies der Fall, wo die Geschichte um den Strumpf bis heute erzählt und etwa durch ein Denkmal im Ort widergespiegelt wird.[1]

Untenstehende Liedstrophe kann als gemeinsames Gut der verschiedenen „Lauterbachs“ angesehen werden.

In Lauterbach hab’ ich mein’ Strumpf verlor’n,
und ohne Strumpf geh’ ich net heim.
So geh’ ich halt wieder nach Lauterbach hin,
und hol’ mir mein’ Strumpf an mein Bein.

Etappe 2 ging 79 Km bis zum Hotel Landhaus Silbertanne in Rotenburg an der Fulda.

Mitten im Nirwana gab es auch Eisenbahnschranken. Die lehren ja Demut, denn es gab keine Möglichkeit , neben dran durchzuschlüpfen. Es waren halt 5 Minuten Wartezeit mit Email- und Chatchecks zu überbrücken.

Aus Bad Salzschlirff gibt es gar nichts zu berichten; morgens um 10 Uhr war einfach mal gar kein Mensch uff de Gass zu finden.

Schlitz ist die Stadt der 4 Burgen. Sie liegt am Fluß Schlitz, der sich in den Vogelsberg einen Schlitz schlitzte und in die Fulda mündet.

Neben der Festspielstadt Bad Vilbel gibt es noch eine hessische Festspielstadt; Bad Hersfeld. Die Location „Stiftsruine“ bildet eine beeindruckende Kulisse.

Rotenburg an der Fulda: bekannt durch sein Herz-Kreislaufsanatorium und ein Schulungszentrum für Verwaltungsrecht. In Beiden war ich sogar schon: zu Besuch bei meinem Vater nach seinem ersten Herzinfarkt (1970) und zum Lehrgang „öffentliches Recht“ während meiner Referendarzeit (1981)

Das Hotel bleibt mir in Erinnerung, weil dort nach einem morgentlichen Softwareupdate das Wlan gar nicht mehr existierte und das Betreiberehepaar das nicht wirklich erst nahmen. „man würde das alles sowieso nicht verstehen“. Jedenfalls machte man dann auch keine Anstalten, am Zustand etwas zu verändern.

Auch in diesem Ort gab es natürlich nichts anständiges zum Essen. Ich landete bei einem „Edelitaliener“, der mit klar machte, dass ich nur eine Stunde dort sitzen konnte, der mir zum Kauf abgelaufenes Olivenöl anbot (machte nixe, iste gutes Öl) und der mir die Kartenzahlung verweigerte (erst ab 20 Euro) Dass ich dann bar genau Euro incl. Trinkgeld kassiert hatte, hat er nicht gemerkt. Er musste schon wieder die blonden Damen des Rotenburger Landadels mit Küsschen begrüßen.

Ach so, noch ein Bild.

Es sah eh alles gleich aus.

Das Ziel ist vor Augen, das Schloßhotel Wilhelsmhöhe war – dem Anlass entsprechend – gebucht. Das ist gelogen, in Kassel war sonst nichts mehr frei. Die „Documenta fifteen“ beginnt. Warum das nun auch englisch gesprochen werden muss, entzieht sich meiner Kenntnis.

Habe ich Euch eigentlich schon die Fulda gezeigt?

:-)….toll….

Wenn es für eine Brücke nicht reicht, muss der Drahtkorb her. So quert man in Nordhessen den Fluß. Da die Kurbel eine schei…. Übersetzung hatte und neben mir nur Paare unterwegs waren (ich also das Teil allein hätte bewegen müssen) habe ich die Variante „ich fahre einfach über den Berg“ genommen. Mit einem Ebike ist das deutlich weniger anstrengend.

Melsungn hat angeblich das schönste Rathaus Hessens.

Hier merkt man übrigens, dass Melsungen Sitz eines deutschen Dax-Konzerns ist; B. Braun Medizintechnik. 5.000 hochqualifizierte Angestellte lassen die Stadt erblühen, es gibt hier nicht nur Pearcing- und/oder Nagelstudios, sondern Fachgeschäfte aller Art.

Zum Schuss gab es dann nochmal 150 Höhenmeter hinauf zum Schloß Wilhelmshöhe.

Hier sitzt Mutti noch als „Trennlinie“ und am Freitag um 12:00 Uhr waren Niklas und Alina verheiratet.

Diese Tour hat sich gelohnt; in jeder Hinsicht.

Wir – Inge und ich – freuen uns sehr.

18 Kommentare zu „Startseite

    1. Mit euren neuen Rädern kommt ihr ja ziemlich rum. Wir sind letzten Mittwoch ein Stück eurer Loire-Tour von Chenonceau in Richtung Blois abgefahren – das ging teilweise ordentlich bergauf. Morgen geht’s übers Elsass zurück nach F. Tipp fürs Kopfsteinpflaster: nur ca. drei Bar auf die Reifen, das reduziert die Kopfschmerzen.

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  1. Mit euren neuen Rädern kommt ihr ja ziemlich rum. Wir sind letzten Mittwoch ein Stück eurer Loire-Tour von Chenonceau in Richtung Blois abgefahren – das ging teilweise ordentlich bergauf. Morgen geht’s übers Elsass zurück nach F. Tipp fürs Kopfsteinpflaster: nur ca. drei Bar auf die Reifen, das reduziert die Kopfschmerzen.

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  2. Sehr schöne Bloggerarbeit😘😘 ich freue mich jeden Tag von unserem Urlaub zu lesen und schon neue Bilder zu sehen!! Mach weiter so!! I love you!!

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  3. wieder ein schöner Reisebericht, danke dafür: Tapas ole. Und UD Almeria schlagen sich bisher ganz gut in La Liga, im Mittelfeld. Mal sehen wie die Eintracht sich heute schlägt, aber wenn der Adler schon stolz am Cabo gezeigt wird, muss es klappen.

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