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10. Mai 2022 bis 12. Mai 2022; der Vennbahnradweg

Dienstag, der 10. Mai 2022

Den Vennbahnradweg wollten Norbert und ich schon 2020 fahren, das scheiterte an den bekannten „tierischen“ Gründen.

Die Vennbahn verband ab 1889 Aachen mit Luxembiurg und erschloss die Eifel und die Ardennen. Sie brachte Wohlstand in eine abgelegene Region, Industrie und auch Fremdenverkehr brachten das Geld. 1918 wurden Teile der Bahn belgisch; auch heute überquert man mehrfach die Grenze. 1956 wurde die Bahn – weder Belgien noch Deutschland hatte Interesse an der Eisenbahnlinie – eingestellt. 2006 wurde sie touristisch erschlossen und ist heute ein Bahnradweg der wirklich feinen Art.

Start ist am Aachener Hauptbahnhof.

Gut ausgeschildert ist der Weg von Anfang an.

Es geht erst einmal 40 Kilometer bergauf durch schöne Landschaften in die Eifel. Die Steigung beträgt nur maximal 3%, mehr haben die damaligen Lokomotiven nicht geschafft. Wenn dann aber starker Gegenwind bläst, wird es irgendwann nervig

Was hilft gegen Steigung und Gegenwind?

Schon mal ein Käse-Schinken Toast mit Ketchup gegessen? Ich schon (seit heute)

Der Radweg folgt original der Bahntrasse. Selbst in Ortschaften sind Viadukte original erhalten; viele Bahnhöfe ebenfalls.

Von der Grenze merkt man in diesem Teil Europas – Orban hat hier ja nix zu sgen – gar nichts. Norbert – der alte Bahner – wusste es aber immer; er erkennt das Land an den Signalen 🙂

Nicht mehr existierende Bahnhöfe sind nachgebildet; zu jedem Ort gibt es auch Tafeln mit Erklärungen. Der Ort Metzenich war von 1948 bis 1955 eine Hochburg der Kaffeeschmuggler. In Belgien war der Kaffee deutlich billiger wie in Deutschland; also wurde geschmuggelt, was das Zeug hielt. Bis dann die EWG kam.

dA

Wir erreichten die Ausläufer des „Hohen Venn“, ein Hochplateau und Naturpark in der Eifel. Es ist geprägt durch eine raue Landschaft und viele Moore.

Angekommen sind wir nun im Hotel Cyrano in Waimes. Plötzlich sind wir tief im französisch-sprachigen Belgien; aber auch hier kommt man mit englisch weiter. Es gibt hier ein 1-Sterne Restaurant, aber auch eine Brasserie. Mal schauen, wie es schmeckt.

Es waren heute 75 Kilometer; wir merken ist in den Beinen (trotz Strom)

Mittwoch. der 11. Mai 2022

„Chez gerti“ hat gut gekocht. Wir machen aber immer wieder die Erfahrung; das ein Restaurantbesuch in Belgien und Frankreich sehr teuer ist. Ich habe einen „Klacks“ Tartar gegessen mit den in Belgien üblichen Pommes Frites und dafür 21 Euro bezahlt. Norbert war mit „belgischen Buletten“ etwas günstiger. Gescheckt hat es.

Wir sind heute den durchgängig gut asphaltierten Radweg weiter nach Süden gefahren; Ziel und Wendepunkt war St. Vith.

Die Hocheifel hatten wir hinter uns; die Landschaft öffnete sich. Wiesen, Wiesen, Wiesen begleiteten unsere Fahrt.

Toll gemacht war dieses „Fenster“; in deutscher, französischer und holländischer Sprache wurde die Veränderung der Landschaft erklärt.

Nein, das ist kein Raps; sondern es ist Löwenzahn.

Geschichtlich ist anzumerken, dass die Gegend im 2. Weltkrieg sehr gelitten hat. Die sog. Ardennenoffensive 1944 betraf die Gegend besonders; der Ort St. Virh – damals Eisenbahnknotenpunkt wurde – wie viele Ort im Gebiet dem Erdboden gleichgemacht. Letztlich war das auch das Ende dieser Bahnstrecke, den die Zerstörungen und die Kosten für den Wiederaufbau waren einfach zu groß.

Aber die Orte verbreiten französischen Charme.

Interessant ist die Sprachenstruktur der Gegend. Waimes – unser Übernachtungsort -war konsequent französisch; St. Vith und anderer Orte in unmittelbarer Nähe waren deutschsprachig. An den Schulen wird ab 1. Klasse Deutsch und französisch unterrichtet, später kommt englisch dazu. Das ist doch einfach klasse, wenn Kinder dreisprachig aufwachsen.

Immer wieder begleitete uns die Eisenbahn.

Ist das jetzt Humor?

Die Strecke ist perfekt ausgeschildert und auch gut befahren. Es ist nicht so, dass man an einem Mittwoch einsam ist; viele Herr und Frau Rentner sind unterwegs, aber auch viele Rennradfahrer. Darf man eigentlich noch sagen: glatt wie ein Babypopo? Egal, er ist es.

Bevor wir nun Belgien verlassen, habe ich noch eine Anmerkung. Belgier essen städig Pommes frites, das in uterschiedlichsten Variationen.

Unser Übernachtungsort ist Monschau und der Rückenwind unterstützte uns auf das Heftigste.

Das ist das Flüsschen Rur. (ja, ohne „h“)

Beschaulich plätschert sie dahin.

Aber im Sommer 2021 entwickelte sie auch ungeahnte Kräfte und richtete in Monschau großen Schaden an. Die Spuren sieht man heute noch, aber Monschau kam glimpflich davon; der Ort ist eine Orgie aus Fachwerk,idyllisch im engen Tal gelegen.

Donnerstag, der 12. Mai 2022

In Monschau schliesst fast alles um 20 Uhr; die Tagestouristen sind dann weg. Zwei Hotelrestaurants sind offen und dienen als Sammelbecken für die verbliebenen Übernachtungsgäste.

Morgens um 9:00 Uhr sah es dann vor unserem Hotel son aus.

Kein Mensch uff de Gass

Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Monschau liegt in einem engen Tal; der Vennbahn-Radweg verläuft auf der Höhe. Dank der Ebikes war der 3 Kilometer lange Anstieg mit bis 14% Steigung ein Klacks; 150 Höhenmeter später ging es dann 56 Kilometer bergab nach Aachen. (mit Rückenwind, juch-hu)

Ein Zwischenstop (1 x Kaffee, 1 x Kakao, 1 x Magnum) sei erwähnungswert.

Belgien ist ja nicht nur ein Land der Pommes frites, sondern auch ein Land der Biere. Pro 100 Einwohner gibt es eine Biersorte (gefühlt)

Das ist nur der halbe Kühlschrank. Während aller meiner Belgienaufenthalte habe ich aber noch kein Bier gefunden, dass mir schmeckte. Viele der Biere kommen unseren Craft-Bieren gleich (oder umgekehrt), alle ziemlich schwer, süssllich und hochprozentig

Der Hammer sind Trappistenbiere. Es gibt nur 11 Klöster auf der Welt, die das Bier brauchen dürfen; davon allein 5 in Belgien. Der Alkoholgehalt beträgt bis 12 %. Es trinkt sich – meine Meinung – eher wie ein Likör.

Das Auto stand noch in der Tiefgarage der Hauptbahnhof-Tiefgarage; heim ging es.

So, nun noch die Statistiken:

Dienstag, 1. Etappe

Aachen – Waimes

78 Kilometer; 580 Höhenmeter

Mittwoch, 2. Etappe

Waimes – St. Vith – Monschau

77 Kilometer, 418 Höhenmeter

Donnerstag, 3. Etappe

Monschau – Aachen

58 Kilometer, 377 Höhenmeter(alle in Monschau; 2 x gefahren, da etwas im Hotel vergessen)

18 Kommentare zu „Startseite

    1. Mit euren neuen Rädern kommt ihr ja ziemlich rum. Wir sind letzten Mittwoch ein Stück eurer Loire-Tour von Chenonceau in Richtung Blois abgefahren – das ging teilweise ordentlich bergauf. Morgen geht’s übers Elsass zurück nach F. Tipp fürs Kopfsteinpflaster: nur ca. drei Bar auf die Reifen, das reduziert die Kopfschmerzen.

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  1. Mit euren neuen Rädern kommt ihr ja ziemlich rum. Wir sind letzten Mittwoch ein Stück eurer Loire-Tour von Chenonceau in Richtung Blois abgefahren – das ging teilweise ordentlich bergauf. Morgen geht’s übers Elsass zurück nach F. Tipp fürs Kopfsteinpflaster: nur ca. drei Bar auf die Reifen, das reduziert die Kopfschmerzen.

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  2. Sehr schöne Bloggerarbeit😘😘 ich freue mich jeden Tag von unserem Urlaub zu lesen und schon neue Bilder zu sehen!! Mach weiter so!! I love you!!

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  3. wieder ein schöner Reisebericht, danke dafür: Tapas ole. Und UD Almeria schlagen sich bisher ganz gut in La Liga, im Mittelfeld. Mal sehen wie die Eintracht sich heute schlägt, aber wenn der Adler schon stolz am Cabo gezeigt wird, muss es klappen.

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